BUBLA19-FINALIST: BOOKGAZETTE

20 Blogs stehen im Finale des Bubla19 – Eure Stimmen haben entschieden, wer dabei ist. Bevor die Jury am 18. Oktober 2019 die jeweiligen Gewinner in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir euch die Finalist*innen vor. Hier beantwortet Nick vom Blog „BookGazette“ unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Mein Name: Nick Lüthi
Mein Kanal: BookGazette
Ich bin nominiert in der Kategorie: Bester Newcomer

Hier bin ich auch zu finden: Twitter, Instagram & Mojoreads
Ich blogge seit: September 2018

Ich lese am liebsten: Gute Bücher – natürlich!
Dieses Buch hätte nie enden dürfen: Bücher müssen enden!
Das sind meine Lieblingsverlage: Es gibt viel zu viele tolle Verlage, als dass ich hier einen herauspicken möchte. Ich führe auf meinem Blog eine kommentierte Liste mit mittlerweile über 60 Verlagen und es werden laufend mehr. Dort sollte sich also genügend Inspiration finden lassen.
Hier kaufe ich meine Bücher am liebsten: Beim lokalen Buchhändler. Momentan ist dies meist die Haupt-Buchhandlung in Bern, ansonsten bei der Buchhandlung an der Zytglogge oder in der Münstergass-Buchhandlung. Auch diese beiden sind in Bern.
Diese Buchblogs/Buchkanäle sind meine persönlichen Favoriten: TraLaLitLiteraturpalast / 54BooksKulturgeschwätz / Literatur ist Alles

Das Interview

Wie bist du zum Buchbloggen gekommen?

Irgendwann habe ich angefangen, auf Goodreads kurze Rezensionen zu den Büchern die ich gelesen habe zu verfassen. Danach kam irgendwann die Idee, dass es doch schöner wäre, würde das Ganze auf einem Blog leben und dementsprechend auch ausführlicher geschehen. So sind etwa die ersten kurzen Blogbeiträge ursprüngliche Goodreads-Rezensionen. Zuerst waren die Besprechungen noch abwechslungsweise Englisch und Deutsch, deshalb auch der englische Name des Blogs. Ende 2018, nachdem der Blog schon 2–3 Monate auf dem Buckel hatte, habe ich mich dann entschieden, nur noch Bücher aus unabhängigen Verlagen zu besprechen. Es gibt einfach zu viele spannende Bücher, über die niemand spricht, deshalb wollte ich in diese Nische springen. Damals war We Read Indie der einzige andere Blog mit diesem Fokus, noch im Winterschlaf, mittlerweile hat da ja das neue Kollektiv zum Glück wieder volle Fahrt aufgenommen.

Was zeichnet Deinen Blog aus?

Die Vielfalt und die Entdeckungen! Unabhängige Verlage bieten ein unglaublich breites Spektrum an Büchern und Themen und oftmals ist es eben nicht das Geschliffene, Angepasste das man da findet, sondern das Rohe, Spannende und Unbekannte. Wo sonst findet man einen Sonettenkranz ohne Vokale, ein vergessenes Meisterwerk des Expressionismus oder eine wunderschön illustrierte Erzählung einer schon fast vergessenen Autorin, als in den Programmen der unabhängigen Verlage?! Mir ist es auch wichtig, bewusst Bücher von Autor\*innen zu besprechen, die lange vergessen wurden. Menschen wie Gutti Alsen, Friederike Manner, Ferdinande von Brackel, Auguste Hauschner, Ricarda Huch, Hugo von Kupffer oder Sigismund Krzyżanowski, haben alle grossartige Bücher geschrieben und sind alle grossenteils dem Vergessen anheimgefallen. Das Schönste daran ist, ich muss gar nichts für diese Vielfalt und diese Entdeckungen tun, diese Aufgabe übernehmen all die Verlage und die Menschen, die mit viel Herzblut hinter diesen Verlagen stehen, bereits. Ich muss dann nur noch die Bücher in den Verlagsprogrammen finden und besprechen.

Was macht Dir am Bloggen am meisten Spaß? (Und nervt auch mal was?)

Einen zweiten Zugang zu den Büchern zu finden. Nicht nur zu lesen, sondern mich danach auch noch einmal bewusst und aktiv mit der Geschichte, der Sprache und der Konstruktion des Werkes auseinandersetzen zu können. Sich zu fragen, warum hat mich das jetzt berührt, warum funktioniert diese Konstruktion oder warum gerade eben nicht. Und die Entdeckungen. Ich staune immer wieder, was für Bücher schlussendlich in meinen Händen landen.

Was ist das Besondere an der von dir gewählten Plattform eines Blogs?

Die Flexibilität. Ob kurz oder ausführlich, bebildert, animiert oder als Video, grundsätzlich stehen mir alle Möglichkeiten offen. Da ich die Seite von Grund auf selbst gebastelt habe, wird jedes Wort und jede Linie genau da platziert, wo ich es haben möchte. Wenn ich etwa wie kürzlich die Idee habe, dass alle Bücher eine graue Infobox mit bibliografischen Angaben bekommen sollen, dann kann ich das auch gleich umsetzen und bin an keine Restriktionen gebunden.

Was würdest Du Blogger-Neulingen oder jenen raten, die mit dem Bloggen über Bücher anfangen wollen?

Habt Spass! Das ist das Tolle am Bloggen, man hat keine Redaktionspläne oder Konventionen zu beachten. Experimentiert und macht dann das, was am meisten Spass macht und am besten zu Euch passt.

Welche Buch- bzw. Lese-Trends findest Du momentan spannend?

Momentan natürlich all die grossartigen norwegischen Werke, die es zu entdecken gilt. Von vergessenen Klassikern zu spannenden Debüts hatte ich jetzt schon alles in den Fingern und wurde noch von keinem einzigen Buch enttäuscht.

Was war Dein schönstes Buch/Lese/Verlags-/Autor*innen-Erlebnis?

Das war erst kürzlich, ich hatte „Das Eis-Schloss“ von Tarjei Vesaas aus dem Guggolz Verlag rezensiert (übrigens einer dieser norwegischen Klassiker) und zwei Tage später eine sehr schöne E-Mail von Hinrich Schmidt-Henkel, dem Übersetzer des Romans, erhalten, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Das sind überhaupt die schönsten Momente, diese kurzen persönlichen Nachrichten, die mich nicht häufig, aber doch immer wieder erreichen, bei denen man wieder merkt, da habe ich jetzt jemanden erreicht. Viel Schöneres kann es für einen Buchblogger ja eigentlich nicht geben.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!