BUBLA19-FINALIST: BÜCHERWURMIN

20 Blogs stehen im Finale des Bubla19 – Eure Stimmen haben entschieden, wer dabei ist. Bevor die Jury am 18. Oktober 2019 die jeweiligen Gewinner in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir euch die Finalist*innen vor. Hier beantwortet Nicole vom Instagram-Kanal „Bücherwurmin“ unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Mein Name: Nicole Kiendl
Mein Kanal: Bücherwurmin
Ich bin nominiert in der Kategorie: Bester Newcomer

Hier bin ich auch zu finden: lovelybooks
Ich blogge seit: Februar 2019

Ich lese am liebsten: Belletristik und Biografien von und über Frauen
Dieses Buch hätte nie enden dürfen: Jane Eyre von Charlotte Brontë
Das ist meine Lieblingsbuchfigur: Mia Thermopolis (aus der Plötzlich Prinzessin-Reihe von Meg Cabot)
Das sind meine Lieblingsverlage: Edition Fünf, mare, Friedenauer Presse
Hier kaufe ich meine Bücher am liebsten: Nicolaische Buchhandlung in Berlin-Friedenau oder gebraucht auf Flohmärkten und medimops.de
Diese Buchblogs/Buchkanäle sind meine persönlichen Favoriten: nachtundtag.blog / lese_verliebt / wereadindie / lesen_und_lesen_lassen

Das Interview

Wie bist Du zum Buchbloggen gekommen?

Ich habe immer schon sehr gerne und sehr viel gelesen. Nachdem ich Anfang des Jahres zum Geburtstag jede Menge Büchergutscheine bekommen hatte, habe ich die damit gekauften Bücher in einem Zug gelesen. Darüber wollte ich mich gerne mit anderen austauschen, aber auf meinem privaten Instagramprofil erschien mir das fehl am Platz. Deshalb habe ich spontan den Bücherwurmin-Account ins Leben gerufen. In den Wochen danach habe ich mich dann immer tiefer in die Bookstagram-Community gegraben, mich dort wohlgefühlt und beschlossen: Da bleib ich. 

Was zeichnet Deinen Blog aus?

Clean in der Darstellung, kritisch in der Besprechung, divers in der Auswahl – das ist mein Anspruch. Auf meinem Bookstagram geht es um Literatur aus Perspektiven, die noch immer zu oft untergehen. Hauptsächlich lese ich Literatur von und über Frauen. Mir ist wichtig, möglichst viele Sichtweisen zugänglich zu machen und zu zeigen, dass es nicht immer der weiße cis-männliche Kanon sein muss. Frauen, besonders of Color, nicht-Akademikerinnen oder jüdischen oder muslimischen Glaubens, aber auch trans und nicht-binäre Menschen – sie alle schreiben tolle Bücher und bekommen dafür viel zu wenig Aufmerksamkeit. Deshalb konzentriert sich mein Blog auch nur auf die Bücher, kein Schnickschnack, nichts drumherum. 

Was macht Dir am Bloggen am meisten Spaß?

Am aufregendsten ist das Bloggen, wenn ich ein Buch schon vor Veröffentlichung lesen darf. Die Freude, wenn das Buch unerwartet im Briefkasten steckt; die Spannung, wenn man darüber sprechen möchte, aber es noch nicht darf; die Überlegungen zum perfekten Foto – bis die Rezension dann endlich online geht und man mit anderen darüber reden kann, wie sie das Buch finden.

Besonders spannend wird es, wenn die Meinungen über ein Buch auseinander gehen. Die meisten begründen ihre Ansichten nachvollziehbar und es macht Spaß, über Themen, Umsetzung und Gestaltung zu diskutieren.

Was ist das Besondere am Bloggen auf Instagram?

Auf Instagram ist die Community riesig und die Vernetzung ist total einfach. Man kann jederzeit mit allen ins Gespräch kommen. Außerdem findet man auch sehr schnell die Leute, die ähnliche Leseinteressen haben wie man selbst. Der Austausch macht großen Spaß und der Umgangston ist – anders als auf manch anderen Plattformen – immer wertschätzend, respektvoll und höflich. Die Dynamik gefällt mir dort; auch bei Diskussionen über Bücher bleiben alle beim Thema, es wird sehr konstruktiv und empathisch diskutiert. Manchmal ist die Bookstagram-Community wie ein kleiner Safe Space, in dem man es sich einfach gemütlich machen kann.

Was würdest Du Blogger-Neulingen oder jenen raten, die mit dem Bloggen über Bücher anfangen wollen?

Überlege dir vorher, wie viel Zeit du in den Blog investieren möchtest. Wenn du es als richtiges Projekt starten möchtest, dann gehe strategisch an die Sache ran. Leg dir ein Impressum an, finde eine kleine thematische Nische für dich, vernetze dich in der Community und achte auf deine Reichweiten. Das kann sehr viel Arbeit bedeuten und eine Menge Zeit beanspruchen. Wenn du einfach nur in der U-Bahn oder vor dem Schlafengehen durch einen bücherlastigen Instagram-Feed scrollen möchtest, kannst du dir diesen Stress sparen und ein „normales“ Profil so gestalten, wie du Lust hast.

Welche Buch- bzw. Lese-Trends findest Du momentan spannend?

Ich finde es spannend, dass so viele in Vergessenheit geratene Autorinnen gerade wiederentdeckt werden. Sei es in Form von Biografien wie Michaela Karls „Ich würde so etwas nie ohne Lippenstift lesen“ über Maeve Brennan oder in Neuauflagen vergessener Klassiker wie „Vortreffliche Frauen“ von Barbara Pym.

Auch dass viele Verlage erkannt haben, dass feministische Sachbücher längst zum Mainstream gehören, ist eine tolle Sache. Von Essaysammlungen wie „Die letzten Tage des Patriarchats“ von Margarete Stokowski über Sammelbände wie „The Future Is Female“ bis hin zu Übersetzungen der Werke von Roxane Gay: Der Zugang zu feministischen Perspektiven wird immer leichter gemacht. Nur ein bisschen weniger pink dürften sie in der Aufmachung noch werden.

Was war Dein schönstes Buch-/Lese-/Verlags-/Autor*innen-Erlebnis?

Am schönsten finde ich, wenn mich Menschen nach Buchempfehlungen für eine bestimmte Situation fragen. Frisch verliebt, Bachelorarbeit abgegeben oder gerade umgezogen? Für alles gibt es das richtige Buch. Wenn ich eine ausgeklügelte Leseliste erstellen darf und damit dann ins Schwarze treffe, ist das jedes Mal ein wunderbares Erlebnis. Sich danach über die Bücher auszutauschen, ist natürlich das i-Tüpfelchen. Literatur bietet so viele Möglichkeiten, Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten – und diese Wirkung bei anderen zu sehen, ist immer wieder aufs Neue ein sehr intensives Erlebnis.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!

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