BUBLA20-FINALIST: BÜCHERWURMIN

20 Blogs haben es geschafft – sie stehen im Finale des Buchblog-Awards 2020! Bevor die Jury am 18. Oktober 2020 die Gewinner*innen in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir Euch die Finalist*innen vor. Hier beantwortet Nicole Kiendl vom Instagram-Kanal @buecherwurm_in unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Mein Name: Nicole Kiendl
Mein Blog/Kanal: @buecherwurm_in
Ich bin nominiert in der Kategorie: Bester Buchblog

Hier bin ich auch zu finden: Twitter
Ich blogge seit: 2019
Ich lese am liebsten: deutsch- und englischsprachige Autorinnen

Dieses Buch liegt gerade auf meinem Nachttisch: Middlemarch von George Eliot (und ein riesiger Stapel darunter)
Dieses Buch empfehle ich momentan jedem: Mit Blick aufs Meer von Elizabeth Strout
Diesen Buchcharakter würde ich gerne einmal treffen: Mia Thermopolis aus der Plötzlich-Prinzessin-Reihe
Das sind meine Lieblingsverlage: Mare, Friedenauer Presse, Dörlemann
Hier kaufe ich meine Bücher am liebsten: Nicolaische Buchhandlung in Berlin-Friedenau und Antiquariate, an denen man zufällig vorbeikommt
Dieser Buchblog/Buchkanal ist mein persönlicher Favorit: nachtundtag.blog von Nicole Seifert

Das Interview

Wie bist Du zum Buchbloggen gekommen und wie hat sich Dein Buchkanal mit der Zeit gewandelt?

Ich habe meinen Bookstagram-Account total spontan angelegt, weil ich meine Bücher nicht mehr auf meinem privaten Profil zeigen wollte, wo das eh kaum wen interessiert hat. Die Größe und Offenheit der Bookstagram-Community hat mich dann anfangs auch ziemlich überrascht. In den vergangenen Monaten sind meine Bücher ausgewählter geworden als am Anfang: Als Studentin konnte ich einfach ein Buch nach dem nächsten weglesen und besprechen. Das war der Himmel. Jetzt neben dem Vollzeitjob ist das viel schwerer und Bücher müssen mich auf den ersten Seiten abholen, damit ich sie zu Ende lese. Es gibt dieses Jahr also weniger Postings, aber ich stecke auf jeden Fall mehr Zeit in die Besprechungen und überarbeite sie länger. Außerdem arbeite ich gerade an meinen Fotoskills und habe mir eine professionellere Ausrüstung zugelegt als nur meine Handykamera.

Was zeichnet Deinen Blog aus? Wieso sollte man Dir folgen?

Bei mir gibt es nicht viel Schnickschnack, keine Teetassen im Herbst oder liebevoll arrangierte Hintergründe. Einfach nur das Buch, eine Zusammenfassung, dazu eine Einordnung oder mein Eindruck. Besprochen werden fast nur Bücher von Frauen, außerdem versuche ich, mehr als nur die klassischen weißen cis-hetero Perspektiven abzubilden.

Was schätzt Du besonders am Format des Instagram-Kanals?

Die Community! Ich liebe den Austausch mit meinen Follower*innen und den Accounts, denen ich folge. Auch die Möglichkeit, in Storys längere Formate zu machen, zeichnet Instagram aus.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis im Blogger*innen-Dasein?

Ich habe in den letzten Wochen ganz viele Bücher von Elizabeth Strout gelesen und war restlos begeistert. Leider gefallen mir die Cover nicht, die Aufmachung ist aus meiner Sicht ein bisschen Pilcher-Richtung und das passt überhaupt nicht dazu. Darüber habe ich mehrfach in meinen Posts gesprochen. Seitdem schreiben mir ganz, ganz viele Menschen, die sich die Bücher wegen meiner Lobeshymnen gekauft oder sie aus den letzten Ecken ihrer Bücherregale gezogen haben und jetzt auch hin und weg sind. Die Resonanz hat mich echt umgehauen. Dafür macht man es am Ende doch irgendwie: Bücher oder Autor*innen, die man entdeckt, mit anderen zu teilen, damit sie auch Freude daran haben.

Wo in der Buchcommunity bist Du selbst am liebsten unterwegs auf der Suche nach Inspiration und Austausch? Und warum?

Ganz klar Instagram. Dort folge ich ganz vielen tollen Blogger*innen und Hashtags wie #frauenlesen und entdecke immer wieder neue Autorinnen. Der einzige richtige Blog, den ich leidenschaftlich lese, ist nachtundtag.blog von Nicole Seifert, der mehr als verdienten Gewinnerin des Buchblog-Awards im letzten Jahr. Das ist Literaturkritik auf höchstem Niveau, immer reflektiert und klug. Ihren Empfehlungen vertraue ich blind. Ein Geheimtipp ist außerdem der Telegramkanal von 54Blogs. Da kommt einem jeden Morgen ein toller Artikel in die DMs geslidet. Kostenlos für alle, aber wer finanziell die Möglichkeit hat, kann über Steady unterstützen.

Warum muss (vor allem in einem Jahr wie diesem) über Bücher gebloggt werden?

Bücher sind gedruckter Eskapismus. Das können wir gerade alle gut gebrauchen.

Haben sich die Corona-bedingten Veränderungen der letzten Monate auf Deinen Blog/Kanal ausgewirkt? Wenn ja, wie?

Die größte Veränderung für meinen Kanal war klar der Übergang vom Studium in die Lohnarbeit. Die Corona-Pandemie hatte im Vergleich dann eher wenig Auswirkungen auf den Kanal und mein Leseverhalten. Im Homeoffice ist durch die wegfallenden Arbeitswege zwar mehr Zeit geblieben, die habe ich aber vor allem für Tomatenanbau und Bananenbrot backen genutzt. #BloggerLifestyle

Was wünschst Du Dir für die Zukunft von Buchblogs und Buch-Kanälen?

Ich würde gerne mehr Frauen, mehr nicht-weiße Autor*innen, mehr queere Autor*innen, mehr Autor*innen mit Behinderungen und mit Armutserfahrung sehen – mehr Diversität eben. Instagram kann und sollte da ein Gegengewicht zum klassischen Feuilleton sein, das nachweislich vor allem weiße cis Männer bespricht.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!