BUBLA20-FINALIST: ICH LESE WAS, WAS DU AUCH LIEST!

20 Blogs haben es geschafft – sie stehen im Finale des Buchblog-Awards 2020! Bevor die Jury am 18. Oktober 2020 die Gewinner*innen in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir Euch die Finalist*innen vor. Hier beantworten Marina und Fabienne vom Podcast Ich lese was, was du auch liest unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Unsere Namen: Fabienne Imlinger und Martina Kübler
Unser Kanal: „Ich lese was, was du auch liest! – Der Buchpodcast“
Wir sind nominiert in der Kategorie: Bester Newcomer

Hier sind wir auch zu finden: Instagram und Twitter
Wir bloggen seit: Januar 2020
Wir lesen am liebsten: Zeitgenössische Literatur/literary fiction von Autorinnen!

Dieses Buch liegt gerade auf unserem Nachttisch:
Martina: „Beloved“ von Toni Morrison; Fabienne: „Petit Pays“ von Gaël Faye
Dieses Buch empfehlen wir momentan jedem:
Martina: Girl, Woman, Other von Bernardine Evaristo; Fabienne: Wo ich mich finde (Dove mi trovo) von Jhumpa Lahiri
Diesen Buchcharakter würden wir gerne einmal treffen:
Martina: Fevvers aus Angela Carters „Nights at the Circus“, Fabienne: Folasadé Savage aus Taiye Selasis „Ghana Must Go“
Das sind unsereLieblingsverlage:
Martina: Luchterhand, Hanser, Penguin, HarperCollins, Fabienne: edition Nautilus, CultureBooks, Cassava Republic Press, L‘Harmattan
Hier kaufen wir unsere Bücher am liebsten:
In München bei Lillemors Frauenbuchladen
Diese Buchblogs/Buchkanäle sind unsere persönlicher Favorit: Martina: 54Books und „Nacht und Tag—Literaturblog“, Fabienne: Analphabeten (Podcast), Literaturpalast

Das Interview

Wie seid Ihr zum Buchbloggen gekommen und wie hat sich Euer Buchpodcast mit der Zeit gewandelt?

Martina: Ich hatte während des Studiums einen Bookclub, der mir wahnsinnig viel Freude bereitet hat und wo ich gemerkt habe, dass über Bücher reden und Interpretationsmöglichkeiten austauschen eigentlich fast noch mehr Spaß macht als das Lesen selbst. Und da Fabienne und ich in unseren gemeinsamen Mittagspausen fast immer über Bücher geredet haben, dachten wir: hey, warum nicht als Podcast? Zumal wir beide promovierte Literaturwissenschaftlerinnen sind und so unser „Handwerk“ auch ein bisschen in die Welt hinaustragen wollten.

Was zeichnet Euren Podcast aus? Wieso sollte man Euch folgen?

Fabienne: Es wird ja auch 2020 gerne noch ästhetische Qualität als Argument gebracht, wenn es darum geht nur alte weiße Männer zu lesen, zu unterrichten, zu besprechen, ihnen Preise zu geben. Dabei gibt es so viel gute Literatur von Autorinnen und nicht-weißen Autoren und über deren Bücher reden wir in unserem Podcast. Außerdem sprechen wir ausführlich über jedes Buch – eine Folge dauert etwa 50 Minuten! Also, alle die Bock auf Bücher und Gelaber haben sind bei uns richtig.

Was schätzt Ihr besonders am Podcast-Format?

Fabienne: Also erstmal macht Podcasten unheimlich viel Spaß. Außerdem gefällt mir die Lebendigkeit: einfach mal ein paar Gedanken raushauen und schauen, was passiert. Es muss nicht alles bis ins Kleinste durchdacht und schön formuliert sein, es geht um den Prozess, das Gespräch. Und es ist toll, dass alle möglichen Leute das dann hören können wo und wann sie wollen: auf dem Sofa, beim Frühstück machen, in der Bahn… Dass man das Gespräch über Literatur raus aus den Institutionen und rein in den Alltag bringt, das find ich gut.

Was war Euer bisher schönstes Erlebnis im Blogger*innen-Dasein?

Martina: Das schönste ist eigentlich, wenn sich im gemeinsamen Gespräch über ein Buch eine Lesart entwickelt, die wir dann gemeinsam weiterspinnen, also wenn sich erst durch die Diskussion etwas ergibt, auf dessen Idee eine alleine nicht gekommen wäre. Dann merkt man, dass sich über Literatur reden auszahlt. Immer.

Wo in der Buchcommunity seid Ihr selbst am liebsten unterwegs auf der Suche nach Inspiration und Austausch? Und warum?

Martina: Die LitWi (Literaturwissenschafts)-Bubble auf Twitter! Beste! Fabienne: New York Times Bookreview Podcast, LitProm (litprom_ev), The Feminist Book Club Paris (thefbcparis), AfroLitSansForntieres (afrolitsansfrontieres) und ganz old school in der Wochenendausgabe der taz.

Warum muss (vor allem in einem Jahr wie diesem) über Bücher gebloggt werden?

Fabienne: Puh, das ist ja mal ‘ne Frage! Also ich denke, die Corona-Pandemie hat einmal mehr strukturelle Ungleichheiten – sowohl auf nationaler Ebene als auch im globalen Kontext – deutlich gemacht. Wir waren und sind nicht alle in demselben Maße von der Pandemie betroffen, auch wenn natürlich jede*r von uns an Covid19 erkranken kann. Es ist meiner Meinung nach wichtig, sich – nicht nur in diesem Jahr – mit diesen Ungleichheiten auseinander zu setzen, und Literatur und das Bloggen über Literatur kann (hoffentlich) dazu beitragen.

Haben sich die Corona-bedingten Veränderungen der letzten Monate auf Euren Podcast ausgewirkt? Wenn ja, wie?

Der Wechsel ins Digitale war für uns wie für viele andere auch erst einmal ungewohnt. Über Zoom miteinander zu sprechen hat nicht nur technisch ein paar Stolpersteine mit sich gebracht, es war auch ungewohnt, sich nicht mehr gegenüberzusitzen oder eigentlich: in Martinas Wohnung dicht nebeneinander auf dem Teppich zu sitzen, das Aufnahmegerät in einem Ordner mit Schaumgummi platziert (unser DYI Studio). Das Gespräch hat dann aber im Großen und Ganzen doch erstaunlich gut funktioniert. Nur beim Dazwischen-Quatschen mussten wir noch disziplinierter sein als sonst.

Was wünschst Ihr Euch für die Zukunft von Buchblogs und Buch-Kanälen?

Martina: Mehr Buchblogs und damit die (weitere) Demokratisierung der Buchbranche: weiblicher, transinklusiver, antirassistischer, queerer, behinderter, dicker, weniger bourgie, cooler! Keine Preise mehr für Arschlöcher.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!

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