BUBLA20-FINALIST: LITERATURPALAST

20 Blogs haben es geschafft – sie stehen im Finale des Buchblog-Awards 2020! Bevor die Jury am 18. Oktober 2020 die Gewinner*innen in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir Euch die Finalist*innen vor. Hier beantwortet Tino Schlench vom Blog „Literaturpalast“ unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Mein Name: Tino Schlench
Mein Blog/Kanal: Literaturpalast
Ich bin nominiert in der Kategorie: Bester Buchblog

Hier bin ich auch zu finden: Instagram
Ich blogge seit: August 2018
Ich lese am liebsten: Von der Axt im gefrorenen Meer

Dieses Buch liegt gerade auf meinem Nachttisch: „Auwald“ von Jana Volkmann
Dieses Buch empfehle ich momentan jedem: Ein Buch, das allen gefällt? Unmöglich.
Diesen Buchcharakter würde ich gerne einmal treffen: Elio aus „Call me by your name“. Und dann werden Pfirsiche genascht!
Das sind meine Lieblingsverlage: Suhrkamp, Hanser, Matthes & Seitz Berlin
Hier kaufe ich meine Bücher am liebsten: im lokalen Buchhandel und in verschrobenen Antiquariaten
Dieser Buchblog/Buchkanal ist mein persönlicher Favorit:  www.read-ost.com, www.bookgazette.xyz, Dear Reader Podcast

Das Interview

Wie bist Du zum Buchbloggen gekommen und wie hat sich Dein Buchblog mit der Zeit gewandelt?

Im Frühjahr 2018 habe ich aus einer Sektlaune heraus an einer kleinen journalistischen Fortbildung teilgenommen. In eine Redaktion hat mich diese nicht geführt, doch mein Ehrgeiz wurde geweckt. Und so entstand wenig später mein Instagram-Mikroblog @literaturpalast, auf dem ich mich mit Büchern und Themen aus dem deutschen und europäischen Osten beschäftige. Durch die Hilfe eines technisch versierten Freundes besitzt mein Account mittlerweile auch eine klassische Webseite. Unterstützt von Traduki betreibe ich seit Juni 2020 zudem den monatlichen Podcast „Literaturpalast Audiospur – Geschichten aus Südosteuropa“.

Was zeichnet Deinen Blog aus? Wieso sollte man Dir folgen?

Mein Themenspektrum wird bereits durch den Namen meines Blogs angedeutet: „Literaturpalast“ verweist ironisch auf die Kultur- und Wissenschaftspaläste des ehemaligen Ostblocks. Ich stelle ausschließlich Bücher vor, die den deutschen oder europäischen Osten tangieren. Das mag biographische Ursachen haben (ich wurde in der DDR geboren), ist aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass dieser Literatur oft nur wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Durch verspielte Texte und Bilder bemühe ich mich, Interesse auch für Abseitiges zu wecken. Ob mir das gelingt, müssen natürlich andere entscheiden.

Was schätzt Du besonders am Format des Buchblogs?

Was mich am Bloggen besonders begeistert, ist die kreative Freiheit. Keine Redaktion macht mir Vorgaben, wie ich einen Beitrag zu gestalten habe. Aus diesem Grund orientiere ich mich nicht an klassischen Rezensionen (davon gibt es schon viele; viele gute zudem), sondern versuche, eigene Akzente zu setzen und das subjektive Element auszureizen. Das führt mitunter dazu, dass ich den Ton oder die Erzählperspektive eines Romans aufgreife, eine Buchvorstellung als Brief formuliere oder versteckte Zitate, Anspielungen und erzählende Passagen in meine Texte einbette.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis im Blogger*innen-Dasein?

Der vielleicht schönste Aspekt des Bloggens ist der Austausch mit Gleichgesinnten, der mitunter zu echten Freundschaften führt. Ein einzelnes Erlebnis kann und will ich hier gar nicht nennen.

Haben sich die Corona-bedingten Veränderungen der letzten Monate auf Deinen Blog ausgewirkt? Wenn ja, wie?

Ich habe während der ersten Wochen im Lockdown meine Anstellung verloren und eine Zeit lang kaum noch gelesen. Um anderen (und mir selbst) eine kleine Freude zu machen und sie ein wenig von der allgemeinen Situation abzulenken, habe ich in den ersten Wochen der Isolation regelmäßig via Instagram Live aus Büchern vorgelesen, die mir in diesem Moment relevant erschienen. Die meisten Verlage waren diesbezüglich sehr kooperativ. Einen positiven Aspekt hatte die Absage von Veranstaltungen und Moderationen aber doch: Die Idee zu einem eigenen Podcast entstand.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft von Buchblogs und Buch-Kanälen?

Mein Wunsch ist naheliegend: Anerkennung und Sichtbarkeit. Obwohl Literaturblogger*innen zusehends mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, sollten wir uns doch im Klaren darüber sein, dass weite Teile der Buchbranche in Blogs vornehmlich ein günstiges Werbemittel sehen. Diesem Umstand, der viele Ausnahmen kennt, gilt es, mit interessanten und gehaltvollen Beiträgen zu begegnen – nicht aber mit Kaufaufforderungen, Unpacking-Videos oder plumpen Influencer*innen-Kooperationen. Ich wünsche mir kreativen Trotz.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!

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