BUBLA20-FINALIST: RECENSIO ONLINE

20 Blogs haben es geschafft – sie stehen im Finale des Buchblog-Awards 2020! Bevor die Jury am 18. Oktober 2020 die Gewinner*innen in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir Euch die Finalist*innen vor. Hier beantwortet Juliette von „Recensio Online“ unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Mein Name: Juliette
Mein Blog/Kanal: Recensio Online
Ich bin nominiert in der Kategorie: Bester Buchblog

Hier bin ich auch zu finden: Facebook, Instagram
Ich blogge seit: 2015, aktiv seit 2018
Ich lese am liebsten: Thriller, Krimis, Märchen

Dieses Buch liegt gerade auf meinem Nachttisch: „Cold Moon over Babylon“ von Michael McDowell
Dieses Buch empfehle ich momentan jedem: ‚Das letzte Einhorn‘ als Graphic Novel! Eine wunderschöne und ergreifende Geschichte mit großartigen Illustrationen. Kennen viele sicher noch aus ihrer Kindheit. Außerdem ‚Die Untoten“ von Johan Egerkrans; eine tolle Sammlung an Sagen verschiedenster Untoter aus der ganzen Welt.
Diesen Buchcharakter würde ich gerne einmal treffen: Hannibal Lecter – könnte interessant werden.
Das sind meine Lieblingsverlage: Ich mag viele Verlage, egal ob groß oder klein, insbesondere jedoch den Festa Verlag – hinter dem Namen verbergen sich herzensgute Menschen, die der Leserschaft sehr nahe verbunden sind und ihnen stets das Gefühl von Familie und Zugehörigkeit vermitteln. Darüber hinaus finde ich wirklich immer etwas Neues zu schmökern dort, ob ich will oder nicht. Ist also Segen und Fluch zugleich.
Hier kaufe ich meine Bücher am liebsten: Deilmann Buchhandlung in Datteln; gibt es schon seit über 100 Jahren und ist immer einen Besuch wert.
Dieser Buchblog/Buchkanal ist mein persönlicher Favorit: Da kann ich mich nicht auf einen beschränken, es gibt so unglaublich tolle Seiten, die etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Auf Facebook wären das: Susis und Francis Leseecke, Books have a Soul, Lexy’s Bookdelicious, Buch SUCHT Blog und die Gruppe ‚Wir lieben Bücher (ab 18)‘.

Auf Instagram: leseparadies, berlinerbucheule, angelina_reads und meinliebstesbuch.

Das Interview

Wie bist Du zum Buchbloggen gekommen und wie hat sich Dein Buchblog/-kanal mit der Zeit gewandelt?

Wie bei vielen anderen Bloggerinnen und Bloggern entwickelte sich meine Liebe zu Büchern bereits im Kindesalter. Nur das Lieblingsgenre hat sich im Laufe der Zeit geändert. Zwar lese ich zwischendurch immer noch gern Disney & Co., favorisiere jedoch primär Kriminal- und Spannungsromane sowie (Psycho)Thriller. Irgendwann reichte mir das Lesen nicht mehr aus. Ich wollte mich mit anderen über die Bücher austauschen, wollte neue entdecken, Empfehlungen aussprechen und erhalten. Also befasste ich mich mit dem Thema »Leseeindrücke und Rezensionen«; lernte, worin die Unterschiede liegen und schrieb meine ersten Buchbesprechungen. Damit sie nicht im Internet verschwinden, sondern jederzeit abrufbar sind, lag es nahe, eine Seite bzw. einen Blog zu erstellen … et voilà! Meinem Stil bin ich größtenteils treu geblieben. Es hat eine Weile gedauert, bis ich meine Linie gefunden habe, aber dieser folge ich seitdem konsequent.

Was zeichnet Deinen Blog aus? Wieso sollte man Dir folgen?

Recensio Online ist mehr als nur ein klassischer Blog. Wir sehen uns als Community und binden unsere Follower so gut es geht mit ein. Sie dürfen Entscheidungen mit uns treffen, Änderungen ausprobieren und sich selbst aktiv mit Ideen einbringen. Neben Rezensionen, Interviews und Buchempfehlungen gibt es Artikel, Rätsel, Spiele, Verlosungen, Diskussionsrunden, Umfragen, Filmkritiken, TV Tipps, True Crime Facts, Wichtelaktionen, Wettbewerbe sowie verschiedene weitere Angebote. Oft helfen sich die Leserinnen und Leser untereinander, indem sie zum Beispiel Bücher kaufen und diese für Wanderbuchaktionen zur Verfügung stellen. Das Wir-Gefühl ist uns sehr wichtig und macht diesen Blog im Wesentlichen aus.

Oh, und ich habe das beste Team sowie das gruseligste Maskottchen der Welt!

Was schätzt Du besonders am Format des klassischen Buchblogs?

Schwierig zu beantworten, da ich vom klassischen Stil abweiche.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis im Blogger*innen-Dasein?

Ich habe viele tolle Menschen über den Blog kennenlernen dürfen – einige haben selbst einen Blog, andere sind nun in meinem Team und wiederum andere besuchen Recensio Online regelmäßig. Es fängt bei Kleinigkeiten an, beispielsweise, wenn eine Leserin mir eine Nachricht schickt und sich für den Buchtipp neulich bedankt – ihr hätte die Geschichte gut gefallen. Darüber freue ich mich riesig.

Und ich erinnere mich daran, wie ich 2018 im Zelt des Bubla saß, bibbernd, aufgeregt – und stolz, es dorthin geschafft zu haben. Jetzt haben wir zum dritten Mal einen Platz im Finale, und so komisch es auch klingt, fühlt sich das alles an wie ein Griff in den Sternenhimmel. Unwirklich, faszinierend.

Wo in der Buchcommunity bist Du selbst am liebsten unterwegs auf der Suche nach Inspiration und Austausch? Und warum?

Also, am liebsten bin ich als Psychoferkel unterwegs, was bedeutet, dass ich Bock auf Thrill und Action habe. Liegt also nahe, dass ich meine Lieblingsseiten, die ich weiter oben erwähnt habe, besuche und mich von ihnen berieseln lasse. Ich finde nämlich, dass Krimi- und Thriller-Blogs einfach mehr unterstützt werden müssen. Nicht nur untereinander, sondern generell. Sie werden leider häufig belächelt und in eine Schublade gesteckt, wo sie nicht hingehören. Feminismus, Rassismus, Weltpolitik … alles wichtige Themen, keine Frage, aber ich denke, dass der Fokus ruhig auch auf das gelegt werden darf, was ebenso relevant ist für die Leserschaft: Unterhaltung. Wir haben gemerkt, wie gut es den Leuten tut, wenn sie beispielsweise von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen und sich von uns unterhalten lassen. Dann haben sie keine Lust auf brisante Themen, auf ernsten Gesprächsstoff oder auf Beiträge, die sie mental runterziehen. Sie wollen Spaß. Sie wollen abschalten. Und das am liebsten verbunden mit Content aus dem Crime-Sektor.

Warum muss (vor allem in einem Jahr wie diesem) über Bücher gebloggt werden?

Grundsätzlich sollte immer über Bücher gebloggt werden, denn das ist wichtig. Der Austausch zwischen Autor – Verlag – Blogger – Leser ist die Basis für den Erfolg. Ohne diese vier Komponenten gäbe es keinen Absatz, de facto keinen florierenden Buchmarkt. Und dann? In diesem Jahr ist das ganz besonders wichtig, das stimmt. Ich mag dieses böse C-Wort nicht, leider lässt es sich nicht ignorieren. Wir können nicht wegsehen und all die furchtbaren Konsequenzen, die Corona mit sich brachte, nicht ausblenden. Fakt ist, dass die LBM ins Wasser fiel. Fakt ist, dass die Hallen der FBM geschlossen bleiben und sich das meiste im Internet abspielen wird. Fakt ist, dass viele Menschen in irgendeiner Form davon betroffen waren und immer noch sind. Geldverlust, Existenzangst, Zweifel … wir können nichts davon gutmachen, aber wir können daraus lernen und einander Kraft geben. Deswegen blogge ich über Bücher, stelle Autoren und Verlage sowie andere Blogger vor, mache auf Online-Events aufmerksam und kaufe meine Bücher direkt beim Autor/Verlag oder in meiner Buchhandlung vor Ort.

Haben sich die Corona-bedingten Veränderungen der letzten Monate auf Deinen Blog/Kanal ausgewirkt? Wenn ja, wie?

Dadurch, dass viele sich ziemlich isoliert und das Haus kaum verlassen haben, wenn dies nicht nötig war, fand online mehr Kommunikation statt. Es wurde mehr gesurft, gechattet, gebloggt und gelesen. In meinem Bekanntenkreis griffen Menschen zu Büchern, die vorher alles ablehnten, was ich ihnen als Probelektüre anbot. Plötzlich war das Interesse da. Vielleicht aus Mangel an weiteren Optionen. Mir gefielen zwar nicht die Umstände, weswegen mehr Leute online waren, aber unterm Strich hatte ich viele schöne Gespräche, die so eventuell nicht stattgefunden hätten. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte damit nur sagen, dass viele sich in die digitale Welt geflüchtet haben und dass das Ganze negative wie auch positive Konsequenzen hatte. C ist total doof, das muss ich ja keinem erzählen.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft von Buchblogs und Buch-Kanälen?

Als erstes fällt mir ein: mehr Liebe und Toleranz! Leider habe ich bei befreundeten Bloggern mitbekommen, wie schwer es für sie ist, Dinge hinzunehmen, die sie nicht ändern können. Dazu zählen Leute, die – wie vorhin angemerkt – nicht viel von Thriller-Blogs halten und diese Meinung jedem Querdenker auf die Nase binden müssen. Zudem wird man, was ganz normal ist, mit Neid und Missgunst konfrontiert. So ein Küken von 16 Jahren kommt damit noch nicht gut zurecht. Dabei sollten wir Blogger doch alle irgendwie zusammenhalten. Und die Größeren auf die Kleineren achten. Sicher mag man nicht jeden, ist auch nicht nötig, sofern Respekt und ein gepflegter Umgangston gegeben sind. Leben und leben lassen ist doch besser als Fressen und gefressen werden, stimmt’s?

Und ich fände es schön, wenn jeder, der ein Buch öffentlich bewertet, sich vor Augen führt, dass es womöglich jemanden am anderen Ende der Leitung gibt, der die Bewertung liest. Und vielleicht sitzt dann jemand dort, dem man Unrecht tut, weil man neidisch auf sein Werk ist und nicht damit umgehen kann. Oder jemand sitzt dort, der das selbst gerade nicht gut wegsteckt, wenn plötzlich Unmengen an Regentropfen über ihn einprasseln. Vielleicht sitzt auch jemand dort, der noch viel lernen muss und möchte und der dann am liebsten all seine Träume sofort über Bord werfen würde. Möglich auch, dass dort jemand sitzt, der alles in dieses eine Werk gesteckt hat, was er geben konnte.

Man darf selbstverständlich kritisch und ehrlich sein, wenn einem ein Buch nicht gefiel – aber das geht auch auf faire und konstruktive Weise.

Ansonsten wünsche ich mir kostenlose Kinderriegel für alle … Schokolade macht schließlich glücklich.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!

2 Responses to BUBLA20-FINALIST: RECENSIO ONLINE

  1. Juliette spricht mir aus der Seele. Neid und Missgunst sind eigenschaften, die einen wirklich sehr beschäftigen können.
    Ich würde mir auch wünschen das man sich einfach mal für denjenigen freut. Den Erfolg teilt und einfach mal stolz auf seine Mitstreiter ist. Neid macht diese tolle Community kaputt und dabei wollen wir doch alle nur das Selbe…LESEN!

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