BUBLA20-FINALIST: SEITEN-HINWEIS

20 Blogs haben es geschafft – sie stehen im Finale des Buchblog-Awards 2020! Bevor die Jury am 18. Oktober 2020 die Gewinner*innen in den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer verkündet, stellen wir Euch die Finalist*innen vor. Hier beantwortet Kate Rapp vom Blog „Seiten-Hinweis“ unsere Fragen.

Kurzvorstellung & Speed-Fragerunde

Mein Name: Kate Rapp
Mein Blog/Kanal: seitenhinweis.wordpress.com
Ich bin nominiert in der Kategorie: Bester Newcomer

Hier bin ich auch zu finden: Instagram & LovelyBooks
Ich blogge seit: Mai 2020
Ich lese am liebsten: Mehrstimmig und bildreich erzählte Literatur und Krimis, egal ob modern oder klassisch. Gerne mit einem Schuss Ironie, Skurrilität, feministisch, anarchistisch, multikulturell, queer.

Dieses Buch liegt gerade auf meinem Nachttisch: „Freundinnen“ von Marilyn Yalom
Dieses Buch empfehle ich momentan jedem: „Gott, hilf dem Kind“ von Toni Morisson
Diesen Buchcharakter würde ich gerne einmal treffen: Harriet Vane aus den Dorothy L. Sayers Romanen
Das sind meine Lieblingsverlage: Mare-Verlag, Blumenbar, Ebersbach & Simon, Nautilus, Luchterhand, Piper, Atlantik, Diogenes, Hanser
Hier kaufe ich meine Bücher am liebsten: Ohje, ich bin heimatlos, meine Lieblings-Buchhändlerin, musste ihren winzigen Buchladen kürzlich leider aufgeben… Sie war immer schneller als Amazon und das ohne Porto!
Dieser Buchblog/Buchkanal ist mein persönlicher Favorit: Nachtundtag.Blog

Das Interview

Wie bist Du zum Buchbloggen gekommen?

Eigentlich bin ich auf Instagram gegangen, um mein eigenes Buch bekannter zu machen („Keine Heilige“). Aber es war mir zu langweilig, immer nur von mir zu sprechen. Bin nicht so der Selbstdarsteller-Typ. Da ich schon immer viel las, habe ich also über das Gelesene geschrieben und weil ich gerne schreibe, geht mir das leicht von der Hand. Und weil Instagram so schnelllebig ist, habe ich den Blog eröffnet, mit zwei unterschiedlichen Genre-Seiten und einer kleinen Empfehlungs-Bibliothek. Also ja, ich habe eine neue Passion gefunden. Jetzt muss ich aufpassen, dass das Bloggen nicht das Krimi-Schreiben verdrängt. 😉

Was zeichnet Deinen Blog aus? Wieso sollte man Dir folgen?

Ich schreibe nur über Bücher von Autorinnen, weil die Werke von SchriftstellerInnen statistisch sowohl in Zeitungen, offiziellen Buchbesprechungen des Buchhandels und auch in Verlagen weniger präsent sind, als Titel der männlichen Kollegen. Es gibt kein weibliches oder männliches Schreiben, es gibt eine wunderbar bunte Vielfalt. Aber die Sichtbarkeit von Frauen in der Branche – wie übrigens in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen – möchte ich explizit unterstützen. Ich schreibe rein subjektiv, habe aber eigentlich immer eine begründete Meinung zum Buch und ich denke, ich komme ziemlich authentisch rüber.

Was schätzt Du besonders an den Formaten des klassischen Buchblogs und des Instagram-Kanals?

Auf dem klassischen Buchblog kann man so schöne, langatmige Rezensionen schreiben. Auf Instagram muss ich mich kürzer fassen, aber es macht Spaß, den Feed mit schönen Bildern, die thematisch passen, zwischen den Buchbesprechungen aufzulockern. Ist also mehr was fürs Auge. Außerdem kann ich dort auch meinen Autorinnen-Alltag einbringen.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis im Blogger*innen-Dasein?

Als ich die erste Rezensionsanfrage von einem Verlag bekommen habe, dachte ich: Juhu, jetzt bin ich wirklich Bloggerin!

Wo in der Buchcommunity bist Du selbst am liebsten unterwegs auf der Suche nach Inspiration und Austausch? Und warum?

Ich stöbere gerne auf den Instagram-Seiten von meinen Lieblingsblogs. Dort finde ich manchmal noch inspirierende alte Posts oder interessante Kommentare von anderen Bloggern, die mich wieder auf neue klassische Buchblog-Seiten im Internet führen.

Warum muss (vor allem in einem Jahr wie diesem) über Bücher gebloggt werden?

Ich finde es wichtig, Gedanken in Buchform zu gießen und zu veröffentlichen, damit etwas anderes bleibt, als die wankelmütige, sogenannte öffentliche Meinung. Es sind die gut durchdachten Bücher und persönlichen Meinungen, die einem helfen, eine Haltung zu entwickeln und Stellung zu beziehen. Das ist besonders notwendig, da gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Sexismus, Klimawandel und Migration sowie Ressourcenkämpfe hochkochen und das Miteinander bestimmen. Nur zu polemisieren wird diese Probleme nicht lösen. Dazu braucht es differenzierte Betrachtungen, vielstimmige und multiperspektivische Erzählungen. Wir müssen noch besser zuhören. Und Lesen ist eine besondere Art des Zuhörens, finde ich.

Haben sich die Veränderungen der letzten Monate auf Deinen Blog/Kanal ausgewirkt? Wenn ja, wie?

Besonders die rassistischen Morde in den USA und die Reaktionen darauf haben mir gezeigt, dass viele Menschen nur wenige Bücher von schwarzen Autorinnen kennen und ihnen der alltägliche Rassismus fremd ist. Ich habe also gezielt immer mal wieder Titel von schwarzen Autorinnen oder People of Color gepostet, um deren Lebenswirklichkeit im Buch erfahrbar zu machen.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft von Buchblogs und Buch-Kanälen?

Ich wünsche mir, dass die Buchblogs an Vielfalt und Diversität noch zunehmen und sich noch besser und zentraler vernetzen. Dass man sich nicht verstellen muss, um Follower zu bekommen und nicht dafür beschimpft wird, was man postet, kurz, eine wachsende Toleranz.

Vielen Dank für das Interview! Wir drücken die Daumen!

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